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7. Jahrestagung der Deutschen Akademie für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. 3. und 4. Mai 2008, WCC Bonn (ehem. Bundeshaus) / Haus der Geschichte
Abstracts zum Kursprogramm
Samstag, 3. Mai 2008
10.00 – 11.45 Uhr
Haus der Geschichte – Raum Multivision
Kurs 24*
Therapieoptionen bei Schwindel im Alter
Kursleiter:
M. Westhofen, Aachen
Während das statistische Mittel für das Alter bei Patienten mit vestibulärem Schwindel bei 54 Jahren liegt, nimmt der Anteil der über 65 Jahre alten Patienten weiterhin stark zu. Ca. 50 % dieser Patienten weisen mehr als eine Ätiologie für die Beschwerden auf und benötigen HNO-ärztliche Hilfe für das Management der Diagnostik und die Therapie des otogenen und nicht-otogenen vestibulären Anteils der zugrunde liegenden Erkrankungen. Für die Entscheidung zur Behandlung sind in der HNO-ärztlichen Praxis diagnostische Screening-Verfahren der Funktion des Labyrinths und des vestibulookulären Reflexes wesentlich. Dabei kommt dem Visus, der Art der Sehhilfen
und der Okulomotorik Bedeutung zu. Zunehmende Häufigkeit mittelohrbedingter Labyrinthfunktionsstörungen mit eingeschränkter Compliance des Trommelfell-Gehörknöchelchenapparats wird bei alten Patienten beobachtet. Die gestörte Propriozeption mit reduziertem vestibulospinalem Reflex wird durch eine Vielzahl muskulär motorischer und arthrogener Komorbiditäten verursacht und ist nicht auf die Halswirbelsäule und deren Muskulatur beschränkt. Zahlreiche Medikamente greifen in die Funktion des vestibulookulären Reflexes ein. Die konservative Therapie hat daher neben medikamentösen Therapieoptionen mit den im Einzelfall aufzuklärenden Neben- und Wechselwirkungen die gezielte Physiotherapie und Beratung für Verhalten im Alltag einzuschließen. Neuere elektrotaktile Verfahren zur Unterstützung der vestibulären Kompensation und Rehabilitation werden bei labyrinthär verursachter und inkomplett kompensierter vestibulärer Funktionsstörung eingesetzt. Medikamentöse und/oder operative Verfahren zur Behandlung mittelohrbedingter Labyrinthfunktionsstörungen werden hinsichtlich ihrer Indikation und der technischen Durchführung von Diagnostik, Indikationsentscheidung und Therapieverfahren demonstriert und an Fallbeispielen erläutert. Bei Indikation zu operativer funktionserhaltender oder funktionsausschaltender Therapie bei Attackenschwindel ist die vestibuläre Kompensationsleistung prognostisch abzuschätzen, um postoperative permanente Schwindelbeschwerden zu vermeiden. Die zunehmende Fallhäufigkeit älterer Patienten mit vestibulärem Schwindel erfordert daher vom Hals-Nasen-Ohrenarzt in Praxis und Krankenhaus neben fundierten Kenntnissen neurootologischer Funktionsstörungen den gezielten Einsatz von Screening-Diagnostik-Verfahren und die Anwendung eines breiten Spektrums otochirurgischer Verfahren sowie die Kenntnis entsprechender Therapiemöglichkeiten der konsiliarisch beteiligten Nachbarfächer.
* Kurs zur Vorbereitung auf die Facharztprüfung
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